Am 3. und 4. März hat wieder ein alljährlicher Höhepunkt stattgefunden: der Landeswettbewerb der Physikolympiade in der Steiermark.
Hierzulande haben wir nämlich österreichweit mit Abstand die meisten Physikolympiade-Kurse, weshalb wir – schon in langer Tradition – den Landeswettbewerb als große Veranstaltung feiern.
Am ersten Tag findet der eigentliche vierständige Wettbewerb im Steiermarksaal des Steiermarkhofes statt (siehe Foto). Diesmal fiel das Experiment österreichweit leider aus, weil die Utensilien für das Experiment in der Steiermark nicht rechtzeitig ankamen, wodurch der Wettbewerb schließlich rein theoretischer Natur war.
Im ersten Beispiel waren Frequenzverschiebungen zu untersuchen. Zuerst wurde die Sirene eines fahrenden Rettungswagens – teilweise von einem Karussell aus – betrachtet. Anschließend musste man sich gedanklich ins Weltall begeben, um Frequenzverschiebungen bei der H-Spektrallinie von Wasserstoff zu untersuchen. Bei einer Galaxie im Virgo-Galaxienhaufen wurde beispielsweise die kosmologische Rotverschiebung als scheinbare Radialgeschwindigkeit interpretiert, um daraus mittels Hubble-Gesetz auf die Entfernung der Galaxie zu schließen.
Verschiedene Sonnenfinsternisse und die Bedingungen dafür mussten im zweiten Beispiel untersucht und beschrieben werden.
Im dritten Beispiel musste man sich zunächst mit einer einfachen Wasser-Mühle beschäftigen, um darauf aufbauend ein Wasserkraftwerk, den Transport der elektrischen Energie bei Haushalts- sowie Hochspannung und speziell die Herausforderungen bei den benötigten Transformatoren mathematisch zu beschreiben.



Am 4. März fand dann die feierliche Siegerehrung mit Rahmenprogramm (ermutigende und wertschätzende Worte von den Sponsoren Anton Paar und AVL sowie von der Bildungsdirektion) und abschließendem gemeinsamen Essen im Steiermarkhof statt.
Der Festvortrag von Dr. Udo Bachhiesl von der TU Graz beschäftigte sich mit der Generationenaufgabe Energiewende. Es war sehr spannend, zu erfahren, wie sehr die Energiesysteme und Netzwerke in Europa miteinander verwoben sind und wie viele interdisziplinäre Anstrengungen für eine solche Systemumstellung vonnöten sind. Nach dem Vortrag konnten wir noch Fragen stellen, wobei wir konkrete Anwendungssituationen diskutierten und unter anderem darauf hingeführt wurden, dass wir kein gutes Gespür dafür haben, wo wieviel Energie im Spiel ist – dass z.B. viele Stunden „Licht-Abdrehen“ eine Nacht mit gekipptem Fenster, wo man „beim Fenster hinaus heizt“, niemals kompensieren können. Außerdem wurden wir ermutigt, das äußerst effiziente Fortbewegungsmittel Fahrrad mehr zu verwenden und uns nicht chauffieren zu lassen.
Für unsere Schützlinge waren die Wettbewerbsbeispiele besonders schwierig, weil wir uns in unserem Physikomlympiade-Kurs hauptsächlich mit anderen Themen beschäftigt hatten. Man weiß im Vorhinein nie, welche Themen in welchem Ausmaß zu bearbeiten sein werden.
Trotzdem konnten sich Clemens Egger (6A) und Yang Zhang (8A) unter den 56 Schüler:innen im vorderen Mittelfeld platzieren. Unserem jüngsten Teilnehmer – Agoston Bessenyei (3A) – gelang es sogar, sich als bester Drittklässler zu bewähren und unter den Dritt- bis Fünftklässlern das Mittelfeld zu erobern. Wir gratulieren unseren drei Physik-Talenten herzlich!
Mag. Stephan Mayer
